Vater I, 2016-2019, aus der Serie: Mischpoche | © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 | courtesy of the artist and König Galerie

Über die Ausstellung

Andreas Mühe (geb. 1979, Chemnitz, vormals Karl-Marx-Stadt, lebt in Berlin) wurde international bekannt durch seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit und Identität. Seinen Fotografien, die er ausschließlich analog herstellt, ist oftmals eine Ambivalenz, fast düstere Andeutung, inhärent, die auf die nicht mehr sichtbaren aber noch immer spürbaren Folgen der deutschen Geschichtsschreibung verweisen. Die sorgsam konzipierten Bildkompositionen suggerieren dabei eine gewisse Verwandtschaft zu Theater und Inszenierung. Die Nähe zu Schauspiel, Bühne und Film erschließt sich unter anderem aus Mühes persönlicher Biografie; sein Vater war der bekannte Schauspieler Ulrich Mühe, seine Mutter ist die renommierte Theaterintendantin Annegret Hahn. Diese beiden Persönlichkeiten, Mühes engste familiäre Bande, gemeinsam mit weiteren Verwandtschaftsmitgliedern, bilden die Protagonisten seiner für den Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin konzipierten neuen Werkserie. In zwei großformatigen fotografischen Familienportraits vereint Mühe die lebenden wie verstorbenen Mitglieder seiner Familie, mütterlicher- und väterlicherseits. Die bereits verstorbenen Personen ließ er, von Fotovorlagen ausgehend, in einem komplexen und intensiven Produktionsprozess als verblüffend lebensecht anmutende Skulpturen nachbilden.

Isolde IX, 2016-2019, aus der Serie: Mischpoche | © VG Bild-Kunst, Bonn 2019 | courtesy of the artist and König Galerie

Es offenbart sich hierbei eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit den innerfamiliären Geflechten der Familie Mühe, die – berufsbedingt – teilweise auch ein Leben in der Öffentlichkeit führten. Der psychologisch, sozial geladene Aspekt des Familienbildes steht gleichzeitig einer kunsttheoretischen Abhandlung gegenüber. Denn Mühes künstlerischer Prozess von Fotografie als Ausgangsmaterial, zu plastischen Nachbildungen in Form von Skulpturen, und schlussendlich zu einer choreografierten Gruppierung, an dessen Ende ein fotografisches Familienportrait steht, macht die ambivalente Bedeutung von Fotografie – zwischen Wahrheit und Konstruktion – überdeutlich. Persönliche Geschichte, soziale und gesellschaftliche Verhältnisse sowie künstlerische Tradition vereinen sich zum Portrait einer Familie, dem Zeit- wie Kunstgeschichte tief eingeschrieben sind.

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LAUFZEIT

26. April – 11. August 2019

AUSSTELLUNGSORT

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin
Staatliche Museen zu Berlin
Invalidenstraße 50-51
10557 Berlin
www.smb.museum/hbf

EINTRITT

Regulär: 8 Euro
Ermäßigt: 4 Euro
Hausticket inkl. Sonderausstellungen:
Regulär: 14 Euro
Ermäßigt: 7 Euro
Freier Eintritt an jedem ersten Donnerstag im Monat von 16 bis 20 Uhr.
Für Kinder und Jugendliche bis einschließlich des vollendeten 18. Lebensjahrs ist der Eintritt in die Staatlichen Museen zu Berlin kostenfrei.

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VERKEHRSVERBINDUNGEN

U-Bahn U55 Hauptbahnhof, U6 Naturkundemuseum
S-Bahn S3, S5, S7, S75 Hauptbahnhof
Tram M5, M8, M10 Hauptbahnhof
Bus 120, 123, 142, 147, 245, M41, M85, TXL Hauptbahnhof

DIENSTLEISTUNGEN

Café/Buchhandlung/Kostenlose Garderobe

ÖFFNUNGSZEITEN

Montag
geschlossen
Dienstag
10 – 18 Uhr
Mittwoch
10 – 18 Uhr
Donnerstag
10 – 20 Uhr
Freitag
10 – 18 Uhr
Samstag
11 – 18 Uhr
Sonntag
11 – 18 Uhr

SONDERÖFFNUNGSZEITEN AN FEIERTAGEN

Christi Himmelfahrt (Donnerstag, den 30.05.2019): 11 – 18 Uhr
Pfingsten (Samstag, den 08.06. bis Montag, den 10.06.2019): 11 – 18 Uhr

Bildung und Vermittlung

Gruppenführungen

Buchbare Führungen für Gruppen
Dauer: 60 Minuten
Deutsch: 90 € zzgl. Eintritt
Englisch: 100 € zzgl. Eintritt
max. 20 Teilnehmer

Künstlergespräch

Künstlergespräch
mit Andreas Mühe und Norbert Bisky
Do / 18.30 Uhr / 02.05.2019

Anlässlich der Ausstellung von Andreas Mühe Mischpoche im Ham-burger Bahnhof sprechen Andreas Mühe und Norbert Bisky über Identität im fotografischen wie im malerischen Bild und den Kons-tellationen von Familie in der jüngeren Geschichte Deutschlands. Das Gespräch wird moderiert von Khuê Phạm, die unter anderem als Autorin für die ZEIT arbeitet.

Bei freiem Eintritt im Rahmen von Volkswagen ART4ALL.

Kuratorinnenführung

Kuratorinnenführung
Familienbild
Do / 18 Uhr / 11.07.2019

Kristina Schrei spricht über das Konzept der Ausstellung und ihre Zusammenarbeit mit dem Künstler Andreas Mühe.

Kostenfrei mit Eintrittsticket. Begrenzte Teilnehmerzahl.

INFORMATION UND BUCHUNG

Staatliche Museen zu Berlin
Bildung, Vermittlung, Besucherdienste
Tel +49 (0) 30 266 42 42 42 (Mo-Fr, 9-16 Uhr)
service@smb.museum
www.smb.museum

Das vollständige Bildungs- und Vermittlungsangebot der Staatlichen Museen zu Berlin finden Sie unter www.smb.museum

Ausstellungspublikation

Anlässlich der Ausstellung erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, eine großformatige, illustrierte Ausstellungspublikation mit Beiträgen von Udo Kittelmann, Annegret Hahn und Kristina Schrei. Die Ausstellungspublikation ist in zweisprachiger Fassung (deutsch und englisch) angelegt und vom Künstler signiert.

Andreas Mühe. Mischpoche
Falzbogenbroschur
Format 50 x 70 cm
56 Seiten mit 47 farbigen Abbildungen

Herausgegeben von Udo Kittelmann und Kristina Schrei.

Preis der Museumsausgabe: 35 Euro

Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin beherbergt reiche Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in einer Vielzahl von Ausstellungen gezeigt werden. Er ist das größte Haus der Nationalgalerie, deren umfassende Bestände außerdem in der Alten Nationalgalerie, der Neuen Nationalgalerie, dem Museum Berggruen und der Sammlung Scharf-Gerstenberg zu finden sind.

Mehr Informationen

Partner

Die Ausstellung wird ermöglicht durch Volkswagen und die Freunde der Nationalgalerie.